Mittwoch, 17. Januar 2007
Politik und Justiz, heute: Peter Hartz
Wegen millionenschwerer Veruntreuung zum Zwecke der Bestechung stand er heute vor Gericht, und das Publikum begrüßte ihn dementsprechend: VW-ArbeiterInnen und HartzIV-Kunden empfingen ihn vor den Landgericht Braunschweig mit "Arbeiterverräter!", und Einige versuchten, die Polizeisperre zu durchdringen, um ihm persönlich was zu dongen. Mich wundert ja echt, dass ihn keine Gemüseteile oder Farbbeutel trafen. Es ist für jemanden, der selber Leid erzeugt, ja pädagogisch besonders wertvoll, die Resultate persönlich zu erleben. Und sicher folgerichtig, wenn jemand, der die gezielte Verarmung von Massen von Menschen betreibt, selber Millionen veruntreut, um Spusis brasilianische Bordelltouren zu ermöglichen. Ich hoffe nur, dass Ackermonster und von Pierer den gleichen Erfahrungshorizont demnächst mit Hartz teilen können.

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die resultate lassen sich aber gut im kaminzimmer bei einer guten zigarre verarbeiten. seien wir ehrlich: der kerl hat nichts zu befürchten und das weiß er ganz genau...

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Nun, wie schon Sjöwall und Wahlöö schrieben: "Und die Großen lässt man laufen". Das System basiert darauf, man kann mit nichts Anderem rechnen.

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Paaaaaadie ! Jetzt auch in Berlin !
Hartz ? Ein Sündenbock, der vorgeschoben wird. 2 Mio. für arme Mädchen und notleidende Gastronomen ? Das ist doch nichts, gar nichts, im Vergleich dazu:

http://www.ftd.de/politik/deutschland/151548.html

Und Fragen danach, die stellt kei-ner. Das wäre dann wohl auch der Tod der jounalistischen Karriere.

Und als Privatmensch die beste Art sich sofort die Steuerfahndung ins Haus zu holen, die politisch korrekte Art der Kojonierung. Man rätselt daher besser über Edis Zukunft weiter, das ist gesünder.

Sollte der obige Artikel auch nur im Ansatz wahr sein, dürfte man sein Vertrauen in die Regierung mal gepflegt in die Tonne treten. "Politikverdrossenheit", halt.

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na lebemann, irgendwie will keiner deine empörung teilen, was?

ich auch nicht.

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Heute ist ein guter Tag für alle Arbeitslosen !
So hiess es doch erst kürzlich in Berlin als Peter & Gerda die Hyperreform in skralem Rahmen vorstellten und die Presse, die Kommentatoren und die Gewerkschaftler wanden sich in geistigen kettenorgasmen.

Heute ist Peter auf der Anklagebank und Gerda verhurt sich an Rohstofferpresser.

Das dürfte das Niveau der deutschen "Politik" in etwa umreissen. Was mcih wundert ist das sich überhaupt noch jemand mit dem Geschwätz der Kaste und ihren Helfershelfern ernsthaft auseinandersetzt.

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Nachdem Ackermann festgestellt hat, dass in Deutschland nur erfolgreiche Manager bestraft werden, müsste Hartz eigentlich freigesprochen werden. Hätt' ich auch nix dagegen, denn die Sache mit den Nutten wird bis an sein Lebensende an ihm kleben...

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Schuld und Strafe
Auch wenn ich mir jetzt möglicherweise den Volkszorn zuziehen werde: ich halte das Urteil und die dafür ausgewählten Straftatbestände für angemessen. Mit der Art des Zustandekommens bin ich allerdings nicht einverstanden.

Ich sagte es schon an anderer Stelle: gegenüber der Hauptsache konnte man Hartz' Treffen mit Prostituierten zu Recht vernachlässigen. Es ersparte den Frauen den Auftritt vor Gericht und die Behandlung in der BILD. Man kann zu der Tätigkeit von Prostituierten und zu den Bedingungen dieses Gewerbes eine sehr dezidierte Meinung haben. Aber wir sind uns sicher einig, dass man keiner Frau einen solchen Auftritt in der Öffentlichkeit wünscht.

Die Strafe in Höhe eines Jahreseinkommens ist meiner Meinung nach angemessen, weil Hartz kaum noch eine berufliche oder geschäftliche Zukunft haben dürfte. Seine noch ungeschriebene Autobiographie »Zwischen Rot/Grün und Rotlicht« dürfte eher ein Ladenhüter werden und als Manager wird ihn wohl niemand mehr haben wollen.

Und Che: man sollte auch bei Hartz darauf achten, dass man nicht der Versuchung populistischer Sprüche nachgibt. Warum sollten ihn in dieser Angelegenheit Gemüseteile oder Farbbeutel von HartzIV-Kunden treffen? Wenn jemand werfen könnte, wären es doch in erster Linie die Anteilseigner von VW.

Die Mitarbeiter von VW müssten sich streng genommen an ihren demokratisch gewählten Betriebsrat halten, der ihr Vertrauen missbraucht hat. Merkwürdigerweise hört man von all den »Begünstigten« aber kaum etwas ...

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