Mittwoch, 6. September 2006
Die Wahlwerbung der NPD
Habe gerade ein NPD-Wahlplakat gesehen und fast abgekotzt. Unter den schwarz-weiß-rot geschriebenen Worten Arbeit - Familie - Heimat eine schwarz-rot-goldene Flagge und das Abbild einer jungen Famile, wo der Mann Skinhead ist. Mir fiele ja sofort ein Gegenplakat ein, das meiner und der Meinigen Grundverfassung entspricht, nämlich Freizeit - Clique - weite Welt
(als populäre Metapher für: Recht auf Faulheit - alternative Lebensformen - Internationalismus oder wahlweise Kampf dem Arbeitszwang - WG statt Familie - Multikultur/Interkultur plus eigene Welterfahrung in fremden Kulturen), sehr in schwarz-rot gehalten und mit schwarz-rotem Stern, dazu ein Haufen Punks, Hippies und Rastas, nur welche Partei würde damit werben?

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Glatzenbuben
Auf HR2 gab's neulich eine sehr interessante Sendung über "Rassismus international" - genial eingeleitet mit einem Sketch von Matthias Beltz, Altmeister des politischen Kabaretts, leider nicht mehr unter uns weilend.

Wahnsinnige aller Länder, vereinigt euch - Rassismus wieder weltweit erfolgreich, MP3-Datei, Laufzeit: 30 min.

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PFGB (Partei Freiheit Gleichheit Brüderlichkeit)
Ich denke, die PFGB kommt hier am ehesten in Frage. Diese Partei ist übrigens zu einem guten Teil eine Ausgründung des Gastrokollektivs Oktober (www.cafeoktober.de). Dementsprechend könnte man dies hier als Parteizeitung werten.

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Was es nicht gibt auf dieser bunten Welt....

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Truth is stranger than fiction
De facto entspräche das Programm ja längst dem der Wahlversprechen der Volksparteien, sofern man die jeweilige Tünche für die Zielgruppen abkratzt.

Recht auf Faulheit - check.

Alternative Lebensformen - check.

Kampf dem Arbeitszwang (da es tatsächlich keine gibt, sondern nur sinnlosen Zwang) - check.

WG statt Familie (gegen Familien wird nun wirklich alles getan was möglich ist) - check.

Multikultur (keine Ahnung was das ist) - offen.

Insofern also sind schwarz-rote Plakate im besprochenen Sinne eigentlich unnötig.

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na ja, mir scheint, auf das plakat mit dem bild (text ist bei denen eh nicht mehr angesagt) von frau doktor m., im schneidersitz, auf einen joint so gross und dick wie ein ofenrohr schauend und dazu bekifft vor sich hin grinsend, muss ich noch etwas warten.

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Und auf das mit Gerd und Vladimir, die sich vor einer Pipeline mit einer Magnumflasche Starka die Kante geben, in einem Regen von Dollarscheinen, Unterzeile : "Demokratie ist voll geil machbar, Herr Nachbar" werden wir auch noch warten müssen.

Geduld soll ja eine Tugend sein.

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Oder auf das mit Ayatollah Ali Khamenei, der sich Blumen um den Turban wickelt und mit Rice eine Friedenspfeife raucht.

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arbeit - familie - heimat, da wird es die cdu schwer haben, sich davon zu distanzieren.

travail famille patrie, das war doch parole von general petains vichy-regime. im osten nichts neues, wieder mal.

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@ auch-einer

Arbeit, Familie, Heimat. Alles grundböse Dinge, die nur NeoSoftNazi-Spiesser gutfinden können.

Ist auch so mit Friede, Freiheit, Grechtigkeit. Wenn man es denn mal auslegen möchte.

Insofern: alles schlimm, alles bräunelt, nur wir nicht. Gut dass wir darüber gesprochen haben.

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Mal ehrlich, Lebemann, eine Heimat, die geprägt ist durch Skinheads, die sich auch noch vermehren und dabei deutschtümeln, in der wollen du und ich nicht wohnen, oder?

Freakland als gesellschaftliches Gegenmodell, wo ganze Hecken geraucht werden und der bei Fielmann gekaufte Champagner (nicht einen Cent dazubezahlt), das macht einfach mehr Spaß.

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@ die nette bitch

Ich muss da glücklicherweise nicht wohnen :-)

Viele müssen es aus vielerlei Gründen trotzdem. Die Vermehrung könnte denen ja durchaus via gesetzgeberische Massnahmen unterbunden werden, sofern sich Mehrheiten dafür finden lassen - Zwangskastration für Faschisten, Sterilisierung für Faschistinnen. Die deutsche Geschichte hat für diese Haltung zu gesellschaftlichen Problemen ja Präzedenzfälle parat :-)

Das Wort "Deutschtümeln" ist ja eher ein Wieselwort - der Bazi tümelt sicher nicht bundesdeutsch, eher bahrisch. Der Friese würde eher in den blanken Hans gehen als bazi-tümeln. Der Schwabe ist ein Sonderfall an sich, das Hesschische muss erst noch verstanden werden, ehe man begreift was die Eingeborenen dort so wollen.

Vielleicht erklärt es mir ja einer, ich bin ja in D weder geboren noch durchgehend aufgewachsen.

Im übrigen : wessen Heimat ist eigentlich wo genau von Skinheads "geprägt" und wie äussert sich das ?

Düfte man dann bei Anlegen ähnlicher Massstäbe darauf schliessen, dass zB Hamburg-St. Georg von "Islamofaschisten" (Neudeutsch) geprägt ist ?

Und zB Braunschweig von Langweilern ?

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"von Skinheads geprägt": Wenn ich Che rictig verstanden habe, wirbt da die NPD mit einer Skinhead-Familie auf einem Plakat. Was tun Wahlplakate? Sie entwerfen ein Szenario, wie die zu wählende Partei das Land gerne hätte oder wie gerade nicht. Wenn ich die NPD also beim Wort und Bild nehme, hätte sie gern ein Deutschland, das von jobmäßig gut versorgten Skinheads bevölkert ist, die sich vermehren wie zu Zeiten vom Mutterkreuz, und ich äußerte die Vermutung, dass weder Du noch ich in solch einem Land glücklich würden.

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völlig richtig, lebemann, arbeit, familie und heimat sind an und für sich genommen weder gut noch schlecht, es kommt drauf an, was man daraus macht.

bloss, die arbeit, die mir die npd verspricht, nachdem schon pds, spd und cdu mit ihren versprechungen gescheitert sind, das sind doch bloss sprüche.

das familienleben, das die npd für mich als verbindlich einführen möchte, egal ob ich will oder nicht, da verzichte ich dankend drauf.

ja und die heimat, exklusiv für arier oder ossis von mir aus oder an was immer sich die neuen alten nazis eben aufgeilen, und wer da nicht so will oder so ist, wie es die braunen socken wollen, wird totgeschlagen so wie schon einmal - das ist nicht bloss dumm dahergelappt oder bedauerlicherweise kopfkrank, das ist gefährlich.

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@ die nette bitch

Die Phantastereien der NPD in Ehren, denn jeder darf in einem freien Land seine Wahnvorstellungen streicheln, aber imho würden denen ihre paar Wähler in Scharen (na gut, Grüppchen, mehr ist da ja eh nicht los) davonlaufen wenn die denn mal einen guten Job, ein wenig Zukauftsaussichten etc. hätten.

Aber mal als Advocatus D. : Im ganz nahen Osten, so könnte man sagen, ist es wie im Nahen Osten : die müssen doch so sein, denn sie werden ja herabgesetzt, verachtet und sind chancenlos. Immerhin haben die im ganz nahen Osten das Semtex noch nicht als Mittel im politischen Diskurs begriffen.

Ich vermisse an dieser Stelle die liebende Hilfe der die Glatzen unterdrückenden Mehrheit, wie man sie sonst im Lande D eigentlich allem angedeihen lassen möchte, was wirr um sich schlägt. Man hat wohl kein Verständnis für deren berechtigte Anliegen, obwohl man sie exotischern Mitmenschen als Teil ihrer Folklore zugesteht. Vielleicht müssen sie nur lernen "Khyba, Khyba, Ya Yahood" zu chanten, damit man sie wieder in die Mainstream-Volksgemeinschaft aufnimmt. Antibürgerlich und etatistisch sind die ja auch meist, eher Pro-Kleinstbürgerlich, da liegen also Potenziale, die kanalisiert werden wollen. Die Linkspartei benötigt ja auch dringend frisches Blut, nach geringfügigen Umerziehungsmassnahmen dürfte so mancher sich für das neue Parteibuch erwärmen lassen.

Und wählen muss man die ja NPD auch tatsächlich nicht.

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@ auch-einer

Gibt es jetzt designierte Homelands für Arier und Ossis ? Endgeile Idee.

Geschäftsidee : Safaris dort veranstalten: "Im Original WKII-Kübelwagen durch Bitterfeld, sehen Sie das Freilandexperiment Grossdeutschland-Park ! Bitte nicht aussteigen, die sind Fremde nicht gewohnt, und auch nicht füttern, denn das ist nicht "Männchen Machen", wenn die zackig stehen bleiben und den Arm hchreissen."

Japanische Touristen würden das nach dem berlin-besuch sicher gerne mitnehmen.

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Also, wenn die NPD von Arbeit spricht, fällt mir ehestens Zwangsarbeit ein. So ein Themenpark Ost wäre aber schon schick.

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Das hast Du mit Deinem Umerziehungslager doch besser :-)

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@ advocatus d.

und dann die evangelikalen anzeigen:

schon für fünfunddreißig euro können wir einen jungnazi für einen monat in eine indische missionsschule stecken! werden sie pate! noch heute!!

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@ auch-einer

Kongo-Einsätze wären billiger !

Hier der Funkspot:

"Herausforderung Deutsch-Zentralafrika ! Buddel Grossvaters Schmeisser und die Hammerhandgranaten aus dem Versteck und schliesse Dich dem Endkampf um Lebensraum im idyllischen Kongo an ! Tsetsefliegen ! Schlangen ! Kindersoldaten auf Pattex ! Viel Feind Viel Ehr ! Werde Teil der Friedensmacht Europa ! Wähle 1-800-ARIER (Pro Teilnehmer wird nur ein Leichensack vorgehalten. Franzosen werden zuerst bedient. Grabstellen in freier Natur gratis)."

So wäre allen gedient.

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Ihr redet hier aber immer noch über Menschen, oder?
Und ist es den Skinheads gegenüber nicht ein bißchen unfair sie mit Neonazis gleich zusetzen?

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Sharpskins, Redskins, Blackskins, Streetskins, Oiskins und Nur-Skins waren nie gemeint. Stay rude,stay rebel!

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