Donnerstag, 8. Februar 2007
Neues vom Kaleu
Im Golf von Mexiko fährt ein Konvoi von Flüchtlingsbooten aus Haiti, Kuba oder Domrep nach Norden. Eine Fregatte der US Coast Guard (dort immer noch als "Cutter" klassifiziert) stellt sich ihnen in den Weg. Der Commander ruft durch die Lautsprecheranlage: "O´Ryan, O´Brian, O´Mally, O´Tally, O´Kelly, McCallahan, McDoherty, McFlanaggan, McDonnaghan, McFinnagan!" "Aye, Sir!" "Sagen Sie diesen Wirtschaftsflüchtlingen, sie sollten zurück auf ihre Insel!"

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Was heißt hier eigentlich Menschenrechtsorganisation?
Ich bin ja nun selbst langjähriger Menschenrechtsaktivist. Meine Aktivitäten begannen mal bei amnesty international, von da ging es in den Bereich Asylarbeit und später dann auf dem Umweg über die Anti-AKW- und Häuserkampfbewegung in die Antira-Szene. Die Menschenrechtsarbeit brachte es mit sich, mit den unterschiedlichsten Organisationen und Menschen zu tun zu haben, die weltanschaulich auf einer anderen Linie verortet sind. Mit Kirchens hatten wir fast nie Schwierigkeiten, und ich alter Materialist und Agnostiker habe so viel mit kirchlichen Initiativen in der Asylarbeit zusammengehockt, dass man mich am Ende noch heilig spricht. Von der PKK über Rom e.V., den Zentralrat der Juden, SPD, Grüne, PDS, das Diakonische Werk bis hin zu DFG/VK, BUKO und die Graswurzelwerkstatt oder the voice hatten wir mit den unterschiedlichsten Kooperationspartnern zu tun, die untereinander unvereinbar gewesen wären, mit denen aber meist pragmatisch gut zusammengearbeitet wurde. Vor 2 Organisationen, die sich beide als Menschenrechtsgruppen bezeichnen und mit denen wir von Zeit zu Zeit zu tun bekamen, möchte ich jedoch warnen.

Das eine ist die Gesellschaft für Bedrohte Völker, in meinen Kreisen meist Gesellschaft für die Bedrohung der Völker genannt. Sie versteht sich als Organisation zum Schutz von ethnischen Minderheiten vor Pogromen, seit den 1990ern läuft das aber regelmäßig auf die Forderung nach militärischen Interventionen hinaus, und der vertretene Volksbegriff ist, nun sagen wir, sehr völkisch. Das andere ist die IGFM, die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte, im Augenblick sehr aktiv in der Propaganda gegen Chavez & Co.

Wikipedia hierzu:
Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) ist eine christliche Tarnorganisation. Der Sprecher der IGFM, Martin Lessenthin, ist u.a. Mitglied der Christlichen Gewerkschaft, einer sektiererischen Schein-Arbeitnehmervertretung

Die IGFM ist im Vergleich zu anderen Menschenrechtsorganisationen wie amnesty international oder FIAN eine umstrittene Organisation, deren Neutralität und Verpflichtung gegenüber dem Menschenrechtsgedanken vielfach angezweifelt worden ist.

Dies begründet sich zum einen aus der Entstehungsgeschichte der Organisation, deren Gründer dem der Nazi-Kollaboration verdächtigen "Bundes Russischer Solidaristen" entstammten. Ihre Motivation wird als primär antikommunistisch beurteilt. Ihre Kritik trifft fast ausschließlich kommunistische Staaten und ignoriert Menschenrechtsverletzungen in anderen Teilen der Welt weitgehend. Damit vernachlässigt die Organisation den Grundsatz der Universalität und Unteilbarkeit, der dem Gedanken der Menschenrechte zugrundeliegt.

Zu den dokumentierten Vorwürfen gehören etwa die Befürwortungen der Todesstrafe durch das prominente IGFM-Mitglied Otto von Habsburg und Ehrenpräsident Dr. Ludwig Martin, der im übrigen den chilenischen Diktator Augusto Pinochet 1987 während einer Visite als "um sein Land besorgte[en] Pater familias" bezeichnete.

1990 wandte sich die Organisation ausdrücklich gegen die Freilassung Nelson Mandelas.

Der emeritierte Münchener Politologe Prof. Konrad Löw, seit 1990 Vorstandsmitglied der IGFM, tat sich seit den 70er Jahren als Unterstützer der koreanischen Mun-Sekte hervor. Weiterhin war er mehrfach Gastautor und Interviewpartner der neurechten Zeitung Junge Freiheit sowie des neurechten Theorieorgans Criticon. Ein Beitrag Löws für die die Schriftenreihe "Deutschland-Archiv" der Bundeszentrale für Politische Bildung vom Februar 2004 wurde aufgrund offen antisemitischer Ansichten zurückgezogen.

http://de.wikipedia.org/wiki/IGFM

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