Samstag, 29. Juli 2006
Keine Feuerpause im Libanon
Die UNO will eine Feuerpause von drei Tagen, damit Verletzte geborgen werden können, Israel verweigert dies mit dem Hinweis, dass die Hisbollah dies zur Mobilisierung ausnutzen würde, Gideon Meir spricht von menschlichen Schutzschilden aus der Zivilbevölkerung, die die Hisbollah dann zusammentreiben würde. Ein Mini-Waffenstillstand von drei Tagen Dauer? Mir fällt da ja eine FFN-Modifikation einer alten Nicole-Schnulze ein: "Ein bißchen Frieden für zehn Minuten, gemütlich laden, dann geht es weiter".

... comment

 
"Humanitäre Hilfe erreicht die Menschen bereits über die Vereinten Nationen", erklärt der israelische Regierungssprecher. Wie denn? Haben die UN jetzt schon ein eigenes, kriegsfreies Stück Land erhalten? Das ging aber schnell ..! Sehr kooperativ...das ist wohl die Neue Geographie im 'Neuen Nahen Osten'.

... link  

 
Die Bombardierung von Kana zeigt, was das heißt.
Condoleeza darf nicht zum kondolieren kommen, und Israel greift keine unschuldigen Zivilisten an, die also wohl aus Zufall ums Leben kommen.

... link  

 
Seit Dershowitz' Artikel in der SZ wissen wir doch, dass es im Libanon keine "unschuldigen Zivilisten" gibt. Jeder, der sich in der Nähe eine LKW, Pick-Up oder Kleintransporters aufhält, ist schuldig und so gut wie tot. Auch wenn das Rote Kreuz deutlich sichtbar draufgemalt ist.

... link  

 
Wobei mich da eine Frage interessieren würde. Ständig ist davon die Rede, dass die Hisbollah ihre Raketen aus Wohnvierteln abfeuert, etwa hochklappbaren Flachdächern. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die sich so ohne Weiteres unbemerkt verstecken lassen. Andere Stimmen sagen, das sei alles Propaganda und stimme nicht. Wo gibt es hierzu objektive Informationen?

... link  

 
http://berlin.mfa.gov.il/mfm/Data/98970.wmv

auf diesem video, das von der site der israelischen botschaft in berlin stammt, sieht man einen pick up, der angeblich gerade raketen nach israel schießen will. er verschwindet nach seiner entdeckung in der garage eines privathauses, das kurz daruch in die luft gejagt wird.

ob uns da die wahrheit (raketenwerfer) oder ein staatsterroristischer mord präsentiert wird, lässt sich natürlich nicht sagen.

... link  

 
Sagen wir, ich würde sehen, wenn ich einen Player dafür hätte :-)

... link  

 
hast nix verpasst. sieht aus wie die dollen bombentreffer der amis im irak.

... link  

 
Meines Wissens sind die Raketen mobil abschiessbar. D. h. selbst wenn man festgestellt hat, woher geschossen wurde, können die Abschussrampen bereits weg sein, bis dann ein Luftangriff erfolgt. Das ist natürlich erst recht den Militärs bekannt. (hier der Wikipedia-Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Katjuscha-Rakete). Das und auch die Tatsache, dass es plötzlich keine "unschuldigen Zivilisten" mehr geben soll - sowie dieses Gerede von den "asymmetrischen Kriegen" (in Wahrheit ein alter Hut) bedeutet in Wahrheit nur, dass völkerrechtliche Aspekte durch eine Art Kollektivschuld-These ausgeblendet werden sollen.

... link  

 
Stimmt, ein Katuisza-Werfer ist nichts weiter als eine Abschusseinrichtung (12-, 14, -22-fach, maximal 40-fach-Werfer) auf einem größeren Pickup oder kleineren LKW, der quasi ungezielt einfach so feuert, dass die Geschosse im israelischen Territorium einschlagen und dann wegrollt. Im Unterschied dazu sind die Fadschr- und Silkworm-Raketen, soweit ich das weiß, an feste Stellungen mit Feuerleiteinrichtungen gebunden.

... link  

 
Merkwürdige Begriffsvermengung bzw. -Veränderun
Der assymetrische Krieg ist übrigens meines Wissens kein Neologon von Herfried Münkler. Zumindest war im Libanon-Krieg von 1982 die "assymetrische Vergeltung" (für ein zerstörtes israelisches Haus 10 oder gar 100 libanesische usw, ) israelische Militärdoktrin. Dass Kriege zwischen regulärem Militär und Guerrillaverbänden als "assymetrisch" bezeichnet werden, hängt wohl damit zusammen, dass im Irak und im Libanon von "low intensity" nicht mehr die Rede sein kann.

... link  


... comment